Lebenserhaltungssystem
Die Technik, die Astronauten am Leben hält, Sauerstoff, Wasser, Temperatur, Druck und CO₂-Entfernung in einem geschlossenen System im Vakuum des Alls.
Was ist Lebenserhaltungssystem?
Die Technik, die Astronauten am Leben hält, Sauerstoff, Wasser, Temperatur, Druck und CO₂-Entfernung in einem geschlossenen System im Vakuum des Alls.
Ein Lebenserhaltungssystem (Environmental Control and Life Support System, ECLSS) stellt die für menschliches Überleben nötigen Bedingungen in einem Raumfahrzeug her: atembare Atmosphäre (21 % Sauerstoff, 79 % Stickstoff bei ~1 atm), Temperaturkontrolle (18–24 °C), Luftfeuchtigkeit (25–75 %), CO₂-Entfernung und Wasserversorgung.
Die ISS betreibt das fortschrittlichste Lebenserhaltungssystem im All. Das Oxygen Generation System (OGS) spaltet Wasser per Elektrolyse in Sauerstoff und Wasserstoff. Das Carbon Dioxide Removal Assembly (CDRA) filtert CO₂ aus der Atemluft. Das Water Recovery System (WRS) recycelt bis zu 93 % des Wassers aus Urin, Schweiß und Atemkondensat.
Für Mars-Missionen müssen Lebenserhaltungssysteme noch geschlossener arbeiten, da Nachschub von der Erde nicht möglich ist. Bioregenerative Systeme nutzen Pflanzen und Algen, die CO₂ aufnehmen, Sauerstoff produzieren und gleichzeitig Nahrung liefern. Das ESA-Projekt MELiSSA (Micro-Ecological Life Support System Alternative) arbeitet seit den 1980er Jahren an einem vollständig geschlossenen Kreislauf mit Bakterien, Algen und höheren Pflanzen.
Die Redundanz ist kritisch: Ein Totalausfall der CO₂-Entfernung wäre innerhalb von Stunden lebensbedrohlich. Die ISS hat mehrere redundante Systeme und Notfall-Absorber (LiOH-Kanister).
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