Holographisches Prinzip
Die gesamte Information eines dreidimensionalen Raums könnte auf seiner zweidimensionalen Oberfläche kodiert sein.
Was ist Holographisches Prinzip?
Die gesamte Information eines dreidimensionalen Raums könnte auf seiner zweidimensionalen Oberfläche kodiert sein.
Das holographische Prinzip ist eine der tiefgründigsten und verstörendsten Ideen der theoretischen Physik. Es besagt, dass die gesamte Information, die in einem dreidimensionalen Raumvolumen enthalten ist, vollständig auf dessen zweidimensionaler Oberfläche kodiert werden kann, ähnlich wie ein Hologramm dreidimensionale Bilder auf einer zweidimensionalen Oberfläche speichert. Die Idee geht auf Arbeiten von Gerard 't Hooft und Leonard Susskind in den 1990er Jahren zurück und hat ihre Wurzeln in der Physik Schwarzer Löcher: Die Entropie (und damit die Information) eines Schwarzen Lochs ist proportional zu seiner Oberfläche, nicht zu seinem Volumen.
Juan Maldacenas AdS/CFT-Korrespondenz von 1997 lieferte einen mathematischen Rahmen, der das holographische Prinzip in einem vereinfachten Universum exakt bestätigte und gilt als eine der wichtigsten theoretischen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte. Wenn das holographische Prinzip für unser Universum gilt, dann ist die dreidimensionale Realität, die wir wahrnehmen, eine Art Projektion von Informationen, die auf einer fernen zweidimensionalen Fläche kodiert sind. Das bedeutet nicht, dass unsere Welt eine Illusion ist, aber es deutet darauf hin, dass Raum und Dimensionalität emergente Eigenschaften sein könnten, die aus etwas Fundamentalerem hervorgehen. Die Verbindung zur Simulationstheorie ist offensichtlich und wurde in zahlreichen Science-Fiction-Werken aufgegriffen.
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