Hard SF
Science Fiction, die auf echte Wissenschaft baut.
Was ist Hard SF?
Science Fiction, die auf echte Wissenschaft baut.
Hard SF nimmt die Physik ernst. Kein Überlichtantrieb ohne Erklärung, keine künstliche Schwerkraft ohne Rotation, keine Kommunikation schneller als Licht. Die Wissenschaft ist nicht Kulisse, sondern Motor der Handlung. Wenn ein Problem gelöst wird, dann mit Physik, Chemie oder Biologie, die sich nachprüfen lässt.
Andy Weir ist der populärste Hard-SF-Autor der Gegenwart: Der Marsianer (2011) löst das Überleben auf dem Mars mit Botanik, Chemie und Ingenieurswesen. Project Hail Mary (2021) basiert auf Astrophysik und Biochemie. Greg Egan schreibt die härteste Hard SF überhaupt: Permutation City und Diaspora setzen ein Physikstudium fast voraus, belohnen den Leser aber mit Ideen, die es nirgendwo sonst gibt.
Kim Stanley Robinson macht Hard SF zur Gesellschaftssimulation: Die Mars-Trilogie (1992–1996) beschreibt die Kolonisierung und das Terraforming des Mars über Jahrhunderte, mit realistischer Geologie, Meteorologie und Politikwissenschaft. Liu Cixin brachte Hard SF aus China in den Westen: Die Drei Sonnen (2006/2014) basiert auf dem physikalischen Dreikörperproblem.
Die Grenze zwischen Hard SF und Soft SF ist fließend. Manche Autoren sind in einem Bereich hart und in einem anderen weich. Alastair Reynolds (Astrophysiker) schreibt physikalisch akkurate Raumfahrt, nimmt sich aber Freiheiten bei der Biologie. Das Entscheidende ist die Haltung: Hard-SF-Autoren respektieren die Naturgesetze und brechen sie nur bewusst und begründet.
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