Digitales Bewusstsein
Die Übertragung eines menschlichen Geistes in ein digitales Medium, um theoretisch ewig zu leben.
Was ist Digitales Bewusstsein?
Die Übertragung eines menschlichen Geistes in ein digitales Medium, um theoretisch ewig zu leben.
Digitales Bewusstsein (auch Mind Uploading oder Whole Brain Emulation) beschreibt die hypothetische Übertragung eines menschlichen Geistes in ein Computersystem. Die hochgeladene Person würde als Software weiterexistieren, unabhängig vom biologischen Körper und theoretisch unsterblich.
Die technischen Anforderungen sind gewaltig: Das menschliche Gehirn hat etwa 86 Milliarden Neuronen mit rund 100 Billionen synaptischen Verbindungen. All diese Strukturen müssten auf molekularer Ebene gescannt und funktional simuliert werden. Ob das Ergebnis tatsächlich Bewusstsein besitzt oder nur eine Kopie ohne Innenleben wäre, ist eine offene philosophische Frage.
Greg Egan hat dem Thema mit seinem Roman Permutation City das vielleicht tiefste SF-Werk gewidmet. Seine hochgeladenen Bewusstseine erschaffen eigene Universen, stellen aber fest, dass digitale Existenz ihre eigenen existenziellen Krisen mitbringt. Peter Hamilton zeigt in seiner Commonwealth-Saga eine Gesellschaft, in der Mind Uploading alltäglich ist.
Die ethischen Fragen sind enorm. Ist die Kopie noch dieselbe Person? Hat das biologische Original Rechte am digitalen Abbild? Was passiert, wenn man Bewusstseine kopieren, editieren oder löschen kann wie Dateien? Black Mirror hat mehrere Episoden diesen Szenarien gewidmet.
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