Cory Doctorow
Kanadisch-britischer Autor und Aktivist, der Science Fiction als Werkzeug für digitale Bürgerrechte und Technologiekritik einsetzt.
Was ist Cory Doctorow?
Kanadisch-britischer Autor und Aktivist, der Science Fiction als Werkzeug für digitale Bürgerrechte und Technologiekritik einsetzt.
Cory Doctorow ist Autor, Blogger, Journalist und einer der lautesten Verteidiger digitaler Freiheitsrechte in der anglophonen Welt. Seine Romane und Sachbücher kreisen um Überwachung, Urheberrecht, Monopole, das freie Internet und die Frage, wem Technologie gehört.
Little Brother (2008) ist sein bekanntester Roman: Nach einem Terroranschlag in San Francisco verwandelt das Department of Homeland Security die Stadt in einen Überwachungsstaat. Ein Teenager und seine Freunde nutzen Kryptographie und Hackerkultur, um sich zu wehren. Das Buch ist gleichzeitig spannender Jugendroman und Handbuch für digitale Selbstverteidigung. Es wird an vielen Schulen in den USA gelesen.
Mit Walkaway (2017) entwarf Doctorow eine Post-Scarcity-Utopie, in der Menschen freiwillig die kapitalistische Gesellschaft verlassen und in Maker-Kommunen mit 3D-Druckern und Open-Source-Technologie leben. Der Roman stellt die Frage, ob eine Gesellschaft ohne Knappheit auch eine ohne Hierarchie sein kann.
Doctorows Blog Pluralistic und sein Newsletter gehören zu den einflussreichsten Quellen für Technologiekritik im Netz. Er prägte den Begriff Enshittification, der beschreibt, wie Plattformen erst Nutzer anlocken, dann ausbeuten und schließlich verfallen.
Als ehemaliger Europa-Direktor der Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Doctorow jahrelang gegen DRM, Überwachungsgesetze und Plattform-Monopole gekämpft. Sein Werk zeigt, wie eng Science Fiction und Aktivismus zusammenhängen können. Alle seine Bücher erscheinen unter Creative-Commons-Lizenz, frei zum Download, denn Doctorow praktiziert, was er predigt.
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