Brauner Zwerg
Gescheiterter Stern — zu massereich für einen Planeten, zu leicht für Wasserstofffusion. Ein Objekt zwischen den Kategorien.
Was ist Brauner Zwerg?
Gescheiterter Stern — zu massereich für einen Planeten, zu leicht für Wasserstofffusion. Ein Objekt zwischen den Kategorien.
Braune Zwerge sind substellare Objekte mit einer Masse zwischen etwa 13 und 80 Jupitermassen. Sie entstehen wie Sterne durch den Kollaps von Gaswolken, erreichen aber nie die Kerntemperatur, die für die Fusion von Wasserstoff zu Helium nötig wäre. Sie können lediglich Deuterium und teilweise Lithium fusionieren. Braune Zwerge leuchten schwach und kühlen über ihre Lebensdauer langsam aus.
Seit der ersten bestätigten Entdeckung 1995 wurden Hunderte Brauner Zwerge gefunden, viele davon durch Infrarot-Teleskope. Das James-Webb-Weltraumteleskop hat 2023-2024 mehrere Rekord-Braune-Zwerge identifiziert, die die Grenze zwischen Stern und Planet weiter verwischen.
Für die Science Fiction sind Braune Zwerge faszinierend, weil sie die Grauzone zwischen Stern und Planet bewohnen. Ein System mit einem Braunen Zwerg statt einer Sonne wäre eine Welt in ewiger Dämmerung — gerade hell genug, um Wärme zu spenden, aber ohne echten Tag. Braune Zwerge als versteckte Nachbarsterne könnten in Reichweite interstellarer Sonden liegen, ohne je entdeckt worden zu sein.
Das Konzept eines 'gescheiterten Sterns' hat auch metaphorisches Potential: ein Objekt, das fast etwas Großes geworden wäre, aber knapp gescheitert ist. Science-Fiction-Autoren, die Hard SF mit existenziellen Themen verbinden, finden hier reichlich Material.
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